AUSBAU VON BATTERIEWERKEN

«Eine leistungsstarke Batterie ist die Schlüsselkomponente für das emissionsfreie Fahren», sagt Mercedes-Chef Dr. Dieter Zetsche und stockt die Batterieproduktion auf.

Aus dem Auto ans Netz: Mercedes-Benz Energiespeicher eignen sich auch für die private Nutzung zur verlustfreien Zwischenspeicherung von überschüssigem Strom.

Mit dem zunehmenden Angebot an Hybrid-Fahrzeugen in allen Klassen hat der Bedarf an benötigten Batterien enorm zugenommen. Deshalb plant Daimler in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau der eigenen Batterieproduktion.

In Kamenz bei Dresden (D) investiert der Konzern eine halbe Milliarde Euro in die Erweiterung eines bestehendes Werkes der Tochterfirma Accumotive, die für Entwicklung und Produktion der Lithium-Ionen-Batterien für Mercedes-Benz und Smart zuständig ist.

Daimler plant in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau der eigenen Batterieproduktion.
Daimler plant in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau der eigenen Batterieproduktion.

Stationär

Zusätzlich investiert der Konzern auch in stationäre Energiespeicher. Neben Antriebsbatterien für Fahrzeuge produziert Accumotive Lithium-Ionen-Batterien für den Einsatz im Privathaushalt und in der Industrie, analog zu Teslas Powerwall. Diese dienen als Zwischenspeicher, um beispielsweise tagsüber durch Solarzellen produzierten Strom zu speichern.

Weiter soll noch in diesem Jahr ein 15-Megawatt-Speicher in Betrieb genommen werden, der Schwankungen am Stromnetz abfedern kann. Durch den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien aus Wind- oder Solarkraftwerken wird die zeitliche Diskrepanz zwischen Produktion und Bezug des Stroms weiter zunehmen. Was heute teilweise z. B. mittels Pumpspeicherwerken gelöst wird, wird Daimler in Zukunft mit einem riesigen Cluster an Lithium-Ionen-Batterien übernehmen.

Und zwar werden dazu Ersatzbatterien für Elektrofahrzeuge eingesetzt, bevor diese ausgeliefert werden. Diese können so zyklisch be- und entladen werden, was Standschäden durch Tiefentladen vorbeugt.

Heimspeicher: Mercedes bietet Lithium-Batterien für den Hausgebrauch an.
Heimspeicher: Mercedes bietet Lithium-Batterien für den Hausgebrauch an.

Sunderland

Auch Nissan baut derweil die Aktivitäten im Bereich der Batterieproduktion aus. Man investiert 35 Millionen Euro in das Werk in Sunderland, im Nordosten Englands. Dort laufen seit 2013 das Elektrofahrzeug Leaf sowie die dazugehörigen Batterien vom Band. Zusammen mit der Einführung der 30-kWh-Version des Leaf erfolgt nun die Vergrösserung des Batteriewerkes.