NEEL JANI BAUT WM-FÜHRUNG AUS

Trotz Ausfalls des Hybrid-Systems fährt Neel Jani beim 6-Stunden-Rennen von Spa im Porsche 919 Hybrid als Zweiter ins Ziel. Sébastien Buemi im Toyota und Marcel Fässler im Audi erlebten ein frustrierendes Rennen.

In Sachen Langstrecken-WM liegen die drei Schweizer Werksfahrer Jani, Fässler und Buemi nach den 6-Stunden von Spa, dem zweiten von neun Läufern, äusserst unterschiedlich im Rennen. Während Jani zusammen mit seinen Porsche-Teamkollegen, Marc Lieb und Romain Dumas, die Fahrerwertung deutlich anführt, stehen Sébastien Buemi (im Toyota mit Anthony Davidson und Kazuki Nakajima) und Marcel Fässler (im Audi mit André Lotterer und Benoît Tréluyer) noch mit fast leeren Händen da. Trotzdem gibt es auch für diese beiden guten Grund, zuversichtlich nach Le Mans (18./19. Juni) zu blicken. Toyota zeigte sich in Belgien erstmals seit langem wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Sébastien Buemi führte das Rennen von Spa-Francorchamps zwischenzeitlich klar an. Zwar sorgte ein Motorschaden für einen aus Sicht des Romands äusserst bitteren Rennausgang. «Ich kann mich nicht erinnern, wann dies das letzte Mal der Fall war. Die Leistung war da und das ist das Positive», so Buemi.

Schonend aufs Podest

«Nach einer halben Stunde hätte ich nie mit so einem Ausgang gerechnet. Uns fehlten ab der sechsten Runde 400 PS an Hybrid-Power. Dieser Verlust hat Ein uss auf das ganze System, besonders die Bremsen», hielt Neel Jani fest. Und weiter führt er aus: «Es war fast wie in den alten Zeiten. Es ging darum, das Auto möglichst schonend über die Runden zu bringen.» Hauptgegner seien ab dem Moment die beiden privaten Rebellions gewesen. Der Seeländer mit indischen Wurzeln fährt damit Mitte Juni als WM-Leader nach Le Mans. «Das ist natürlich toll. Dort holen wir hoffentlich das nach, was uns letztes Jahr verwehrt geblieben ist.» Der Sieg nämlich.

Eine tolle Show liefert bislang das Schweizer Privat-Team Rebellion.
Eine tolle Show liefert bislang das Schweizer Privat-Team Rebellion.

Rebellion trumpft auf

Marcel Fässler blieb mit André Lotterer und Benoît Tréluyer für einmal chancenlos. Schon früh im Rennen musste in der Garage der beschädigte Unterboden ausgetauscht werden. Die Aufholjagd danach wurde durch weitere Zwischenfälle gebremst. Unter anderem war Fässler in zwei Kollisionen verwickelt. Am Ende reichte es für Platz 5 und damit 10 Punkte in der Fahrerwertung . Durch die Probleme der Werkteams schafften es die beiden Schweizer Mathéo Tuscher und Alexandre Imperatori im Boliden des Westschweizer Privatteams Rebellion-Racing zum zweiten Mal in Folge aufs Podest. Zusammen mit Dominik Kraihamer (AUT) liegt das Rebellion-Trio in der WM-Fahrerwertung, nach den beiden dritten Plätzen zum Saisonauftakt, überraschend auf Position 2. «Das ist einfach nur mega. Ein Traum», sagt Alexandre Imperatori. Und im Gegensatz zu Silverstone, als der Podestplatz für alle völlig überraschend kam, «konnten wir diesmal die Siegerehrung sogar richtig geniessen.» Für Teamchef Bart Hayden war es nachvollziehbarer Weise ein «wundervolles Wochenende.» Und: «Wir dürfen wirklich von einem Traumstart in die WEC-Saison reden. Solche Resultate stärken dem Teamgeist ungemein. Was mich am meisten freut ist, dass sich die harte Arbeit, die wir während des Winters mit unseren Partnern investiert haben, jetzt auszahlt.» Hinsichtlich Le Mans meint Hayden: «Klar, das wird ein noch grösserer Challenge; darum werden wir uns bis dahin sicher nicht zurücklehen und die Hände in den Schoss legen.»

«Es war fast wie in den alten Zeiten. Es ging darum, das Auto möglichst schonend über die Runden zu bringen.»
«Es war fast wie in den alten Zeiten. Es ging darum, das Auto möglichst schonend über die Runden zu bringen.»