EDITORIAL: SCHNELL UND NICHT GANZ SAUBER

Turbo-Vierzylindermotor im WEC-Porsche 919 Hybrid: Bewährtes und Innovation vereint.

 

Ich wurde in der letzten Woche in einem TV-Interview gefragt, ob es angesichts von Formel E & Co. auch künftig Motorsport mit Verbrennungsmotoren geben wird. Nun gebe ich an dieser Stelle gerne dieselbe Antwort wie damals: Ich bin davon überzeugt, dass dem so sein wird. Es wird auch in zig-Jahren Rennen geben, bei denen es erstens lärmt und zweitens, nach einem Verbrennungsprozess in einem Motor, «etwas» über einen Auspuff ausgestossen wird. Sprich, es wird auch bei diesen Rennwagen der Zukunft zu Emissionen/Immissionen kommen. Dafür gibt es diverse Gründe, doch nur einen – er provoziert ungefragt – möchte ich an dieser Stelle nennen: Wir sprechen von Motorsport!
Okay. Die Anhänger der an und für sich geräuschlosen Formelwagen mit Elektromotor in der Formel E haben völlig recht. Das ist gewiss auch Motorsport. Und es wird gefightet, geslidet und gecrasht – um hier gleich den einschlägigen Slang zu verwenden. Doch irgendwie fehlt für mich persönlich die unvergleichliche Hymne eines hochdrehenden und hochgezüchteten Rennwagen-Verbrennungsmotors. Einer, der beide Extreme dieser beiden Welten, die Formel 1 und die Formel E, aus eigener Erfahrung kennt, ist der Romand Sébastien Buemi. Er fuhr zum einen aktiv in der F1 – er ist noch immer 3. Pilot im Team Red Bull und leistet wichtige Testarbeit – zum anderen wurde er letzte Saison beinahe erster Formel-E-Weltmeister und holt vielleicht 2016 den verdienten Titel.
Doch «Séb» ist auch Werkspilot für Toyota Racing in der Langstrecken-WM (WEC). Und in dieser Eigenschaft kann er demzufolge am ehesten die Unterschiede zwischen den beiden, in der Formel E sowie in der WEC, eingesetzten Antriebskonzepte beurteilen. Doch hierzu muss man gar nicht selbst Pilot sein, denn die Differenz ist augenfällig: Die Formel E fährt voll elektrisch und in der WEC sind die Werkteams Porsche, Audi sowie Toyota mit Hybrid-Aggregaten unterwegs. Und genau dieser Umstand, dass man ausgerechnet in der Langstrecken-WM mit hochkomplexer Hybrid-Technologie fährt, und die Energierückgewinnung darüber hinaus auch in der Formel 1 eine Rolle spielt, lässt den Schluss zu, dass man im Rennsport auch künftig noch Verbrennungsmotoren einsetzen wird. Aber einfach sauberer und effizienter, als einst.

 

Martin Mäder

 

INHALT AR 24/2016

TITELTHEMA: Fahrspass mit Occasionen

TESTS UND FAHRBERICHTE: Test Audi RS3 Sportback, Fahrbericht VW Amarok, Fahrbericht Citroën Jumpy/ Peugeot Expert

MOTORRAD: Honda CBR 500 R

SPORT: 24h von Le Mans, Formel 1, Bergmeisterschaft

RATGEBER: Sommerferien mit dem Auto

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