EIN KLEINER DIESEL MACHT FURORE

Der Mazda 3 erhält den bereits vom Mazda 2 und vom CX-3 bekannten 1.5-L-Turbodiesel. Der Skyactiv-D 105 dürfte die Stellung in der Schweiz noch deutlich stärken.

Mazda spürt derzeit viel Rückenwind. Die Marke aus Hiroshima konnte im vergangenen Jahr auf unserem Markt 9989 Autos absetzen, was Mazda tatsächlich die Krone des meistverkauften japanischen Herstellers in der Eidgenossenschaft einbringt. Aber gleichzeitig bekundet Mazda Mühe in der wichtigen Kompaktklasse, in der es um die Wurst geht.

Breiteres Motorenangebot

Im Versuch, zur Spitzengruppe aufzuschliessen, greift die Marke zum probaten Mittel, eine breitere Motorenpalette für sein Heckklappenmodell anzubieten. Neben den drei Benzinern Skyactiv-G 100, 120 und 165 sowie dem Diesel Skyactiv-D 150 kommt neu ein Einsteiger-Selbstzünder ins Programm, der Skyactiv-D 105. Der Vierzylinder-Diesel mit 1499 cm3 Hubraum leistet 105 PS bei
4000/min bzw. 270 Nm zwischen 1600 und 2500/min. Gekoppelt wird er entweder mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe oder einem 6-Stufen-Automat. Der 1.5-L kommt übrigens bereits im Mazda 2 und im CX-3 zum Einsatz. «Mit diesem kleinen Motor bieten wir einen bestens in die Schweiz passenenden Antrieb. Der Skyactiv-D 105 hilft uns auch bei den Schadstoffvorschriften, denn mit dem Automat kommt er auf nur 99 g CO2/km», kommentiert Giuseppe Loffredo, Kommunikationschef von Mazda Schweiz. Die japanische Marke rechnet sich denn auch einen Vorwärtsschub durch dieses Modell aus. «Wir sind überzeugt, dass der 1.5-L-Turbodiesel mit 105 PS dazu beitragen wird, die Verkäufe des Mazda 3 auf über 2000 Exemplare pro Jahr zu beschleunigen. Im vergangenen Jahr haben wir 1800 Mazda 3 verkaufen können», meint Finanzchef Yves Lauriot. «Wir rechnen damit, dass der 1500-er einen Fünftel der Gesamtzulassungen beim Mazda 3 abdecken wird, also etwa 350 Stück», bestätigt Giuseppe Loffredo.

Immer noch ein Topangebot

Auf den Landstrassen um das bayerische Augsburg und auf der Autobahn in Richtung München konnten wir dem neuen Modell bei ausführlichen Probefahrten auf den Zahn fühlen. Der Mazda 3 unterscheidet sich lediglich durch den kleinen Turbodiesel von den bekannten Modellen, Karosserie und Interieur bleiben unverändert. Und das ist auch gut so, denn das Kodo-Design gewinnt in vieler Augen die Schönheitskonkurrenz in seiner Klasse. Bei Autobahnfahrt lässt sich der Mazda 3 Skyactiv-D 105 nicht lange bitten, auf seine Höchstgeschwindigkeit von rund 180 km/h hochzubeschleunigen. Die Laufruhe des Motors ist auch in diesen Tempobereichen bestechend. Die akustische Diskretion ist eindeutig eine der Hauptstärken dieses Motors. Die Feinmechaniker von Mazda werden ihrem guten Ingenieursruf gerecht: Sie bodigen die Vibration durch den Einbau eines Dämpferelementes im Kolbenbolzen.Der 1.5-L profiliert sich im Stadtverkehr genauso wie auf der Autobahn, aber beim spontanen Antritt aus mittleren Drehzahlen zeigt er eine Schwäche. Wenn bei Tempo 80 bei rund 1800/min das Gaspedal energisch niedergetreten wird, dann dauert es eine kleine Ewigkeit, bis der Vierzylinder an seine Obergrenze von 4500/min hochdreht. Die äusserst gleichmässige Kraftentfaltung lässt einfach den Biss vermissen. Das fällt besonders in Verbindung mit dem etwas trägen 6-Stufen-Automaten Skyactiv-D auf, der mit häufigen Denkpausen negativ auf sich aufmerksam macht. Das exakt zu schaltende manuelle Getriebe weiss die Schwächen des Motors weit besser zu übermalen. Vorausgesetzt, man kann dem 1.5-L-Turbodiesel angesichts seiner nie deklarierten Sportlichkeit die mässige Antrittsstärke nachsehen, dann erfüllt der Mazda 3 alle Ansprüche, die man an einen Mittelklässler stellen kann: Er sieht gut aus, bietet eine reichhaltige Serienausstattung, eine vorbildliche Verarbeitungsqualität und nicht zuletzt mustergültige Trinksitten. Mazda gibt einen Durchschnittsverbrauch von 3.8 l/100 km für den Skyactiv-D mit Handschaltgetriebe an und 4.4 l/100 km für den Automaten. Die Preispalette für den seit vergangenem Mai lieferbaren Mazda 3 Skyactiv-D 105 beginnt bei Fr. 25 400 (Ausstattung Ambition).