EDITORIAL: ABBRECHEN GEHT NICHT

Marcus Ericsson

Michael Schenk, Redaktor

«Sauber soll die nächsten Rennen gar nicht mehr antreten. Alleine der Team Transfer zu den Rennen verschlingt Millionen», schreibt da ein genervter Fan nach dem neuerlichen Nuller in Spa (s. Seite 20/21) in einem Online-Leser-Forum. Und: «Die neuen Sauber Besitzer sollen das Geld besser in die Entwicklung des neuen F1 Boliden stecken.» So wie dieser gestresste Fan denken wahrscheinlich viele andere auch. 13 Rennen sind in der Formel-1-Saison absolviert und noch immer hat Sauber keinen einzigen Punkt eingefahren.  In Spa landete Felipe Nasr auf dem letzten Platz, Teamkollege Marcus Ericsson in der Fauna und Flora der belgischen Ardennen neben der Strecke. Schlimmer gehts nimmer. Und dies in Rennen 1 nach der dreiwöchigen Sommerpause. Ein Unterbruch, in den der eine oder die andere Anhänger aus dem Sauber-Lager Hoffnung auf Besserung investiert hatte.
Nun, Sauber ist vertraglich verpflichtet an allen Rennen teilzunehmen, ansonsten droht der Verlust eines Millionendepots, das im Voraus geleistet werden musste, sowie der Verlust vom Preisgeld fürs ganze Jahr. Wäre dem nicht, so, so könnte man davon ausgehen, dass die Sauber-Spitze eventuell gar nicht so abgeneigt wäre, dem Vorschlag des erzürnten Fans zu folgen. Schliesslich können andere Sportler ein Rennen oder einen Wettkampf auch abbrechen, wenn Sie spüren und fühlen, das das da keinen Sinn mehr macht. Irgendwann schlägt permanenter Misserfolg «finalement» negativ in die Abteilung Moral und und Gemüt zurück. Und das muss ja nicht unbedingt sein, wenn es sportlich schon viel mehr viereckig als radrund läuft. Daran, das Sauber in den verbleibenden acht Rennen die Motorsportwelt noch freudig erregt und per excusé einen Mercedes, Ferrari oder Red Bull in den Senkel stellt – oder immerhin Manor oder Renault in der WM hinter sich parkiert – glauben nun wirklich nur noch die Allerwenigsten. Die Hoffnung ruht in dem Sinn effektiv auf der nächsten Saison. Die diesbezügliche Zuversicht lebt, dass nach der Übernahme von Sauber durch die Schweizer Investment-Gesellschaft Longbow Finance S.A., einem Ableger des in Schweden entstandenen Verpackungsimperiums Tetra Pak, und dem damit verbundenen, vermeintlichen Geldsegen, der Erfolg zurückkehrt. Wenigsten  ein Tetra Pak voll davon. Schliesslich tritt der neue Eigentümer dieses Engagement mit der bestimmten Absicht an, die Sauber-Gruppe zu stabilisieren und eine Basis für eine wettbewerbsfähige und erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Wie sagt Sauber CEO Monisha
Kaltenborn: «Wir freuen uns auf eine spannende Zukunft.» Wir auch…


INHALT
AR 35/2016

TITELTHEMA
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