DS BLEIBT AUF KURS

Die Modelle von DS können auch als «Performance» geordert werden. Unter der Motorhaube bleibt alles wie gehabt.

Nach und nach polstert der Vogel sein Nest. Die neue Performance Line von DS Automobiles bringt einen Schuss Sportlichkeit ins Angebot. Andere Neuerungen soll es gemäss Yves Bonnefont, Markenchef der jungen Marke, im nächsten Jahr nicht geben.
Die von den Stilisten der Sportabteilung entwickelte Ausstattungsvariante kommt dem DS3, DS4 und DS5 – sowie in China dem DS6 – zugute. Sie hat keinen Einfluss auf die Leistung oder das Drehmoment der Motoren. DS bleibt seiner eingeschlagenen Richtung treu und bietet den Kunden vor allem immer mehr Individualisierungsmöglichkeiten für ihre Autos. Der Citroën-Ableger hat ganz klar einiges bei der deutschen Konkurrenz abgeschaut (z. B. Audi S-Line). Die Firmenführung wehrt sich natürlich gegen solche Unterstellungen: «Wir haben uns nicht von Audi inspirieren lassen, sondern auf unsere Kunden gehört», beteuert Entwicklungschef Eric Apode.


Französisches Savoir-faire
Die Performance Line soll sich an die Gentleman Driver richten und verzichtet entsprechend auf dick aufgetragene Renn­attribute. Die Identität beruht auf einem in Schwarz gehaltenen Oberteil, kontrastiert mit exklusiven Schattierungen. Die Felgen mit dem DS-Logo werden in Schwarz-Glanz lackiert, die Scheinwerfer setzen durchgehend auf LED. Im Innenraum gibt es neue Bezüge in Nappa- oder genarbtem Leder, abgesetzt mit Textilstoffen, und Nähte in den drei Hausfarben von DS Performance: Karminrot, Weiss und Gold. «Wir suchten das Subtile», erklärt Eric Apode. «Eine bestimmte Kundenschicht mag ihre Autos unauffällig. Und wir wollten nicht, dass die Performance Line mit den wirklich sportlich abgestimmten Modellen, wie dem DS3 Performance, verwechselt wird.»
Schrittweise Modellerweiterung
Bonnefont kann bei der Weiterentwicklung der Marke neben den neuen Modellen und den Individualisierungsprogrammen auch auf das wachsende Vertriebsnetz zählen. «Wir haben unsere Präsenz auf dem europäischen Markt mit 80 neuen Vertretungen in den vergangenen 18 Monaten ausgebaut. Das ist ein schöner Fortschritt, aber wir legen noch einen Zahn zu.»
Mit mehr als 100 000 Verkäufen im vergangenen Jahr geben sich die Verantwortlichen zuversichtlich für die Zukunft. «Wir sind jetzt als Marke profitabel», versichert uns Bonnefont. «DS konnte ebenfalls von den Kostensenkungen innerhalb der PSA-Gruppe nutzniessen.» Der französische Markt macht etwa ein Drittel der europäischen Verkäufe aus; Grossbritannien ist die Nummer 2 mit regem Interesse für den DS3.

 


Markenerlebnis
Die zweite Etappe der Wachstumsstrategie beginnt noch vor dem Modelljahr 2018 mit der Lancierung der nächsten Generation der Modellreihe, «deren Qualitätseindruck mit den renommiertesten Konkurrenten mithalten kann», unterstreicht Bonnefont. Bis es so weit ist, setzt DS auf das Markenerlebnis, will heissen den Kundendienst, um sich einen Platz an der Sonne zu sichern. «Die Kunden verlangen, dass man sich um sie kümmert. Und die Autoindustrie war in dieser Beziehung oft gar nachlässig. Wir werden es besser machen.»

 


Die AR sprach mit Arnaud Ribault, Vizepräsident Verkauf und Marketing von DS Automobiles.

Der Hochleistungs-Hybrid steht in den Startlöchern

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«Automobil Revue»: Die Marke DS wurde auf dem chinesischen Markt höchst erfolgreich lanciert. Haben Sie in Europa die gleiche Nachfrage erlebt?
Arnaud Ribault: Wir haben DS nicht nur gefördert, weil die Marke in China zum Verkaufshit wurde. Auch in Europa verkaufte sich der DS als Modellvariante von Citroën sehr gut, und er brachte uns 60 % Neukunden zur PSA-Gruppe. Das war, zusammen mit dem Stapellauf in China, der Hauptgrund für unsere Strategie. Wir eröffneten die DS Stores, wie etwa den in Genf, der sehr gut läuft. Die Kunden reagieren positiv, wir sehen Begeisterung bei den Interessenten.


«Automobil Revue»: Die Performance-Ausstattung ist eine Variation zu den aktuellen Autos. Wieso nicht eine ganz neue Modellfamilie?
Arnaud Ribault:Unsere Stossrichtung basiert auf einer einfachen Vorhersage: DerPremium-Markt wird bis 2020 um 20 % wachsen, während die Grossserienmodelle nur um 10 bis 15 % zulegen. Das ist eine beträchtliche Diskrepanz. Ausserdem gibt es in Frankreich eine Tradition beim Luxus und bei der Mode mit Unternehmen wie Louis Vuitton, Chanel usw. Wir versuchen, diese Werte auf die Mobilität zu übertragen, und deshalb haben wir 2014 eine neue Marke geschaffen. Wir waren uns bewusst, dass die Entwicklung neuer Modelle mindestens vier Jahre veranschlagt, was wir die 2. Welle nennen.
Was wird uns diese 2. Welle bringen?
Es wird eine Modellfamilie mit sechs Modellen, welche die weltweiten Ansprüche des Premium-Marktes abdecken. Dazu gehören eine Limousine der oberen Mittelklasse und ein SUV. Die Autos werden teils auf existierenden Plattformen basieren, teils neue Technologien bringen.


«Automobil Revue»: Arbeiten Sie an Elektro- und Hybridautos?
Arnaud Ribault: Ja. Wir engagieren uns in der Formel E, und das Concept E-Tense ist bereits absolut alltagstauglich. Die Hochleistungs-Hybride sind Teil unserer Zukunftspläne. DS hat diesbezüglich unlängst Vereinbarungen mit Hydro-Québec und Exagon getroffen. Im Sportbereich hat DS eigene Lösungen für die dritte Saison in der Formel E entwickelt, nachdem wir vorher auf die von Virgin übernommenen Technologien gesetzt hatten. Ich freue mich schon, zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt!