QUALITÄT AUF DEN PUNKT GELEIMT

Die Fertigung des neuen Porsche Panamera am ausgebauten Standort Leipzig (D) ist modern und innovativ zugleich.

Conny von Ludwig, Porsche Leipzig GmbH am 12.02.2016

Wer Porsche fährt, der stellt hohe Anforderungen an die Performance seines Fahrzeugs. Und er tut dies auch in Bezug auf die Qualität und die Standhaftigkeit. Porsche hat die zweite Generation der Hochleistungs­limousine Panamera zum Anlass genommen, den viertürigen Sportler nicht nur noch fitter zu machen – das belegt etwa der Rekord des Panamera Turbo von 7:38 Minuten für Sportlimousinen auf der Nürburgring-Nordschleife –, sondern auch leichter und qualitativ noch besser.
Um diese Ziele zu erreichen, erweiterte die Sportwagenschmiede das Werk Leipzig unter anderem um einen Karosseriebau. Auch wurden innovativste Fertigungstechniken eingeführt und die verwendeten Materialien grundlegend verändert – und man widmete sich noch verstärkter der Güte des Produkts.

Über 1.3 Milliarden Euro investiert
Seit der Markteinführung des Porsche Panamera wurden dessen Karosserien im Volkswagen-Werk in Hannover (D) hergestellt und lackiert. Danach erfolgte ein Transport von Niedersachsen nach Sachsen (D); in Leipzig wurde dann die Montage ausgeführt. Insgesamt wurden auf diese Weise von 2009 bis 2016 genau 164 503 Panamera gebaut. Nach einem Grundsatzentscheid im März 2014 erfolgte dann im Sommer desselben Jahres der Spatenstich für die Erweiterung der Fabrik Leipzig. Dort wurde zuvor nebst dem Panamera auch der Cayenne montiert, und mit Beginn der Fertigung des Macan 2013 wurde Leipzig ein sogenanntes Vollwerk.
Der Ausbau umfasste nebst dem neuen Karosseriebau mit einer Fertigungsfläche von rund 60 000 m² ebenfalls Anpassungen in der Montage und der übrigen Infrastruktur. Die Bauzeit alleine für das neue «Karowerk» dauerte knapp zwei Jahre. Die Kosten für die vierte Ausbaustufe dieses Werks, und damit die dortige Komplettfertigung des Panamera, beliefen sich auf rund 500 Millionen Euro. Rund 60 % dieser Investitionen flossen in den neuen Karosseriebau. Bislang investierte der Sportwagenhersteller in die Entwicklung des Leipziger Werks insgesamt rund 1.3 Milliarden Euro. Die Expansion umfasste ferner die Anstellung von 600 zusätzlichen Mitarbeitern, dadurch überschritt die Zahl der Beschäftigten die 4000er-Marke.

 

Modernstes Karosseriewerk
Eigentlich könnte man, gemessen am Produktionsausstoss, annehmen, dass bei Porsche am Standort Leipzig noch viel mehr als diese etwas über 4000 Menschen ihrer Arbeit nachgehen. Dass dem aber nun nicht so ist, liegt am hohen Grad der maschinellen Fertigung durch Industrieroboter. So kann sich gerade der neue Karosseriebau des Porsche-Werks Leipzig rühmen, eine der modernsten und innovativsten Fertigungsstätten von Karosserien zu sein.
Bei der nun zweiten Generation des Panamera sind es 200 Mitarbeiter, die im Karosseriebau Hand anlegen, doch sie werden namhaft unterstützt. So versehen dort ebenfalls 475 Roboter ihren «Dienst». Diese erledigen die unterschiedlichsten Arbeiten wie etwa Falzen, Schweissen oder Kleben. Die Menschen und ihre künstlichen Kollegen produzieren derzeit zusammen täglich etwas mehr als 60 Panamera, angestrebt wird eine Ausweitung der Produktion auf insgesamt 250 Einheiten pro Tag.
Noch keine Vollauslastung
In einer Anlaufzeit erfolgt die Herstellung des Panamera während einer Schicht, noch 2016 will man auf zwei Schichten erweitern, um dann im Verlaufe des Jahres 2017 den 3-Schicht-Betrieb aufzunehmen, wie dies in Leipzig bei der Montage des Cayenne sowie der Vollproduktion des Macan bereits der Fall ist. Die dann geplante Taktzeit, die für einen Fertigungsschritt geplante Dauer, soll im Vollbetrieb 3½ Minuten betragen, in der aktuellen Anlaufphase ist dieser Wert aber noch höher.
Die Fertigungstiefe – das heisst, wie viele der Produktionsschritte innerhalb des Werks erfolgen – liegt beim Panamera-Karosseriebau bei 90 Prozent. Einzig nicht vorhanden ist ein internes Presswerk. So werden diese Teile (noch?) extern gefertigt und angeliefert.

 

Bis ins Innerste neu
Der neue Panamera ist wirklich neu. So wird kolportiert, dass bei ihm im Vergleich zum Vorgänger nur drei Dinge übernommen wurden: das Konzept eines Luxus-Sportwagens mit vier Türen sowie den Namen und das Porsche-Wappen auf der Haube. Der Neuling basiert auf dem sogenannten «Modularen Standard-Baukasten» (MSB). Dieses flexible und ausbaufähige System wird bei Bentley ebenfalls für den Bentayga sowie bei Audi für den SQ7 verwendet. Bei Porsche in Leipzig können pro Stunde maximal 13 auf dem MSB basierende Karosserien gebaut werden.

Speziell an der Karosserie des neuen Panamera sind das innovative Leichtbauprinzip und der Materialmix. So sind rund 430 Teile aus verschiedensten Materialien – etwa Aluminium oder borlegierter Stahl – gefertigt. Der Alu-Anteil liegt bei 45 Prozent. Der neue Materialmix hatte zur Folge, dass weniger geschweisst, dafür mehr geklebt und gefalzt wird. Jeder neue Panamera weist mehr als 200 Meter Klebenähte auf, die maschinell von Robotern aufgetragen werden. Damit man auch trotz diesen innovativen Fertigungstechniken den gewünschten hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen vermag, baute Porsche in Leipzig ebenfalls ein 6000 m² grosses Qualitätszentrum. Dort sind rund 150 Mitarbeiter/innen tätig. Unter anderem prüfen sie auch angelieferte Karosserie- und Anbauteile. Neu gibt es ebenfalls in Leipzig ein sogenanntes Oberflächenzentrum, in dem die Aussenhautbleche optisch beurteilt werden.