EIN BILD DER PERFEKTION

Mit dem am Salon Tokio vorgestellten Concept Car IDS gibt Nissan Einblick in die Autonomie-Entwicklungen der Firma.

Es sorgte mit seiner Präsentation am letzten Salon von Tokio für Aufsehen: das Concept Car IDS ist die Summe der Nissan-Forschung zum 100 % elektrischen und 100 % selbstfahrenden Auto. Es ist damit Techniklabor und Fahnenträger für die Zukunftsmobilität, wie sie sich der japanische Hersteller vorstellt, und gibt sich damit als Idealbild der Technik im Dienst des Menschen.

Das Fahrzeug schöpft seine Energie aus einer Hochleistungsbatterie mit 60 kWh und ist mit einer verwinkelt geformten Kohlefaserkarosserie versehen, die im Pro l ultrasportlich wie ein Coupé wirkt, dabei aber etwas von einem Raumschiff hat. Mit einer Höhe von nur 1380 mm, den grossen Rädern mit 175 mm dünnen Pneus und ausgeprägten Kotflügelbögen kombiniert der IDS Eleganz und raubtierhafte Schönheit. Nissan wollte hier wohl kaum ein Kunstwerk auf die Räder stellen, sondern vielmehr die Autowelt mit den technischen Fortschritten beeindrucken. Das ist den Japanern denn auch geglückt. Für das autonome Fahren ist der IDS mit fünf Radar-, fünf Lasersensoren und zwölf Kameras ausgestattet. Eine wichtige Innovation betrifft das Kommunikationsvermögen des japanischen Concept Cars, das anderen Verkehrsteilnehmern, vor allem Fussgängern und Radfahrern, seine Absichten anzeigen kann. Es teilt sich der Umgebung mittels auf die untere Hälfte der Windschutzscheibe projizierter Leuchtschrift mit und schreibt etwa «Nach Ihnen», «Ich biege rechts ab», «Ich halte an» usw. Entlang der Schulterlinie der ganzen Passagierzelle gibt es ein Band mit LEDs, die dem gleichen Zweck dienen. Wenn die Sensoren Rad- bzw. Motorradfahrer oder Fussgänger in nächster Nähe entdecken, strahlen die Leuchten rot.

Manuell oder automatisch

Der Nissan IDS kann im Manual Drive oder komplett autonom bewegt werden (Piloted Drive). Letzteres kann dank künstlicher Intelligenz per Stimme oder per Gestik angewiesen werden. Das pfiffige Interieur kann je nach gewähltem Modus konfiguriert werden.

Bei aktiviertem Piloted Drive faltet sich das Lenkrad unter das Armaturenbrett weg, was die Sicht auf den grossen Flachbildschirm freigibt. Die Pedale fahren in den Fahrzeugboden ein, und die vier Sitze drehen sich, um die Konversation zu erleichtern. Wird auf «manuell» geschaltet, fahren Lenkrad, Pedale und Instrumente in Position, und alle Sitze werden nach vorn gerichtet. Die Innenraumbeleuchtung wechselt auf Blau. «Für welche Situation auch immer, wir müssen dem Fahrer möglichst viel Wahl und Kontrolle überlassen. Unser Hauptfokus wird bei allen technischen Entwicklungen immer dem Autofahrer gelten», unterstreicht Carlos Ghosn, Präsident und CEO der Allianz Renault-Nissan. Weiter meint er: «Die künftigen Technologien von Nissan werden die Mobilität und das Verhältnis zwischen Fahrer und Fahrzeug revolutionieren.» Zumindest kurzfristig ist das Concept Car IDS nicht für die Serienfertigung vorgesehen. Es ist ein Entwicklungsstück, das Nissan an der Vorfront des Wettrennens hin zum autonomen Fahren positioniert.