DIE STERNE SIND BOTTAS ÄUSSERST WOHL GESINNT

So wie es aussieht, heisst der neue «Stern» am Formel-1-Himmel Valtteri Bottas. Pascal Wehrlein dürfte dann zum neuen Sauber-Mann werden.

Nach dem «halben» Finnen Rosberg bekommt es Lewis Hamilton (o. l.) 2017 wohl mit dem «ganzen» Finnen Bottas zu tun.

Wer den zweiten Stern neben dem Briten Lewis Hamilton in der Formel-1-Saison 2017 über den Asphalt pilotiert, wird sich demnächst entscheiden. Nach dem «Abschied von Herzen» von Weltmeister Nico Rosberg aus der Königsklasse suchen die deutschen Fans ihren nächsten Star neben Sebastian Vettel und Neo-Renault-Pilot Nico Hülkenberg. Perspektivisch ist Mick Schumacher bereits in den Fokus gerückt. Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher startet nach starker Vorstellung in der Formel 4 heuer mit dem Topteam Prema in der Formel-3-EM. «Es wäre gut für die Formel 1, wenn der Name Schumacher wieder vertreten wäre», meint Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in der «Sportbild». Mercedes soll bereits ein Auge auf den Nachwuchsmann mit dem prominenten Namen geworfen haben. Mick Schumacher wird von Toto Wolff genaustens beobachtet. Ein schneller Aufstieg scheint demnach nicht ausgeschlossen. «Wenn er nur annähernd so gut ist, wie sein Vater, warum nicht?», sagt Ecclestone.

Für Wehrlein bliebe der Job bei Sauber neben Marcus Ericsson.
Für Wehrlein bliebe der Job bei Sauber neben Marcus Ericsson.

Als Nachfolger von Nico Rosberg kommt der 17-jährige in der Schweiz geborene Promi-Sohn indes noch nicht infrage. Wer der Glückliche sein wird und 2017 kraft seines kräftigen Kraftwagens um den WM-Titel 2017 mitfahren kann, ist noch nicht fix. Aber so gut wie … «Die Entscheidung wird noch bis Ende Januar dauern, weil die Verhandlungen sehr komplex sind», sagt Teamaufsichtsrat Niki Lauda. Das Rennen machen Pascal Wehrlein und Valtteri Bottas unter sich aus. Klar in Front liegt Bottas aus dem südfinnischen Nastola. Williams soll für seinen fliegenden Suomi ein erstes Angebot der Silberpfeile abgelehnt haben. Apropos fliegen: Bottas stammt aus dem gleichen Ort wie der Olympia-Silbermedaillen-Gewinner im Team-Skispringen von 2002 in Salt Lake City, Veli-Matti Lindström. Die Silberpfeile sollen  dem Konkurrenten einen massiven Preisnachlass für die Mercedes-Kundenmotoren in Aussicht gestellt haben; sofern Williams Bottas aus dem noch für 2017 gültigen Vertrag entlässt. Der BBC sagte Co-Teamchefin Claire Williams jedoch: «Wenn wir Valtteri erlauben, uns zu verlassen, tun wir das nur, falls eine erfahrene Alternative verfügbar wäre. Jemand wie Felipe Massa zum Beispiel.»

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Massa nicht abgeneigt

Und just dieser dieser Massa ist diesem Rücktritt vom Rücktritt nimmermehr unwillig. Der Brasilianer soll nämlich einen Vertrag mit einem Formel-E-Team für sein Formel-1-Comeback bei Williams aufgelöst haben. Das legt ein Bericht der spanischen Zeitung «Marca» nahe. Demnach habe Massa bereits vor dem GP von Brasilien eine Einigung mit einem Formel-E-Rennstall getroffen, musste diese aufgrund seines Comebacks nun aber wieder zurückziehen. Ein paar Vertragsdetails mit Williams seien noch zu klären, dann jedoch sei das Blitz-Comeback null Problem. Der 35-Jährige würde damit sein Rennfahrer-Rentner-Dasein verschieben und 2017 anstelle von Bottas den 18-jährigen Milliardäohn Lance Stroll als Team-Kollegen in die Königsklasse einführen.

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Von Wolff gemanagt

Für Bottas, der unter anderem von Mercedes-Boss Toto Wolff gemanagt wird (!), spricht im Vergleich zum 22 Jahre alten Pascal Wehrlein in erster Linie just diese Erfahrung. Der Williams-Fahrer hat bereits 77 GP bestritten und schaffte es dabei neunmal aufs Podium. «Neben der persönlichen Beziehung, bei der er sich als sehr liebenswerten und intelligenten Fahrer erwiesen hat, ist er auch jemand, der sehr schnell ist», sagt Wolff.

Valtteri-Bottas-Mercedes-Benz-C-63-AMG-Coupe

Haryanto will auch

Mit der gefühlten Entscheidung von Mercedes pro Bot-tas dürfte Pascal Wehrlein frei sein für Sauber. Wer 2017 neben dem Schweden Marcus Ericsson den zweiten Sauber C36 pilotiert, ist ja offiziell ebenfalls noch offen. Indes heisst es auch da, soll die Vertragsunterzeichnung, sprich die Bekanntgabe des Wechsels des 22-jährigen DTM-Champions von 2015  kurz bevorstehen. Freilich hat vor Weihnachten offenbar auch  der Indonesier Rio Haryanto mit der Aussicht auf asiatische Sponsorenmillionen in Hinwil ZH angeklopft. «Sauber ist ein grossartiges Team und es hat eine Geschichte mit Mercedes-Juniorfahrern», sagt Wehrlein, der  die Festtage im Haus seiner Mutter auf Mauritius verbracht hat. Sauber ist indes nicht Mercedes und bäckt viel kleinere Brötchen. Aber immerhin, dank den WM-Millionen und den schwedischen Investoren-Millionen sieht es bei Sauber perspektivisch rosiger aus als auch schon.  «Sauber ist ein Team mit einer Menge Potenzial. Warten wir ab, was in Zukunft passiert.»