EDITORIAL: DEAL OHNE ANSAGE – ABER BESTIMMT MIT FOLGEN

Seit ich denken kann, gehört Opel zu GM. Nein, natürlich schon viel länger – seit 1929 – gehört die Adam Opel AG zum US-Konzern General Motors. Und das ist sowieso viel länger her, als 1984, dem Jahr, in welchem ich bei einer Berner Opel-Vertretung meine Ausbildung angetreten hatte. Doch für mich gehörte eben die Marke mit dem Blitz irgendwie symbiosenhaft zu den Amerikanern mit dem Hauptsitz in der «Motor City» Detroit MI (USA). Doch nun soll offenbar alles anders werden. Die Tochtermarke aus Rüsselsheim – welche sich stets als konkurrenzfähig und verlässlich erwies – soll nun in der französischen Groupe PSA (Peugeot, Citroën und DS) eine neue Heimat finden.

Ja, dass es nun Opel erneut «erwischt» ist keine extreme Überraschung. Schliesslich ist man immer irgendwie ein Übernahmekandidat, wenn man wirtschaftlich nicht absolut gesund dasteht und nicht den Anschein erweckt, man könnte sich jeden Konkurrenten jederzeit einverleiben. Natürlich bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel. Erinnert sei an dieser Stelle nur an den letztlich gescheiterten Deal, welchen Porsche um das Jahr 2005 herum inszeniert hatte, um Volkswagen zu übernehmen. Man stelle sich vor, der «kleine» Sportwagenhersteller Porsche kauft den 15-mal grösseren Volkswagen-Konzern. Dies erscheint heute zwar undenkbar, doch die Pläne des damaligen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking scheiterten 2009 im Prinzip letztlich nur relativ knapp. Was war die Folge? Es kam zur Übernahme im umgekehrten Sinne.

Doch nun soll der Verkauf der GM-Tochter Opel an PSA klar sein, zumindest, wenn man diversen Medien Glauben schenkt (zum Redaktionsschluss gab es aber noch keine offizielle Bestätigung). Beide Seiten bestätigten nur die Gespräche über einen Eigentümerwechsel für das defizitäre Europageschäft, doch es gäbe «keine Garantie, dass man eine Einigung erzielt». Das bei dieser Situation die Drähte glühen – auch jene in der Politik – um möglichst viele Jobs zu erhalten – Opel machte bereits früher die Werke in Bochum (D) und Antwerpen (BEL) dicht – ist klar. Nun könnte es die «Opelaner» erneut treffen. Doch wer profitiert eigentlich? Aktuell wird als einer der Nutzniesser der chinesische Autobauer Dongfeng identifiziert. Die Chinesen halten rund 14 % an PSA und wollen offenbar ihren Einfluss im Westen erweitern. Dongfeng hat darin Erfahrung. Man schluckte bereits Rover, dann Saab – beides Misserfolge – und danach Volvo. Letztes Geschäft scheint zumindest ein Erfolg zu sein …


INHALT

AR 8/2017

 

TITELTHEMA

Leichte Nutzfahrzeuge: Renault Master Z.E., Opel Vivaro, Mercedes Urban eTruck

Nutzfahrzeugmarkt: CH 2016

 

NEUHEITEN

Ferrari 812 Superfast, Mercedes-Maybach G 650 Landaulet, Huayra Roadster


DRIVE STYLE

Fahren auf Schnee und Eis

 

TESTS & FAHRBERICHTE

VW T6 California: Ein starkes Argument für viel Spass

VW Crafter: Fahrbericht

Ford Transit Courier: Fahrbericht

 

SPORT

Formel 1: Verstappen und Ricciardo in Grenchen SO

Formel 1: Der neue Sauber macht einen starken Eindruck

 

RUBRIKEN

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