SALON GENF – FORTSETZUNG EINER ERFOLGSSTORY

Mit über 690 000 Besuchern fügt sich auch die 87. Auflage des Autosalons in die Reihe der erfolgreichen Vorjahre ein.

Die Organisatoren des Autosalons Genf – wir bevorzugen diesen traditionellen Namen anstelle der jüngsten englischen Bezeichnung – können ein glückliches Gesicht aufsetzen. Was die 87. Ausgabe anbetrifft, stehen alle Indikatoren auf Grün: 180 Aussteller, 691 365 Besucher, 175 Neuheiten. «Wir haben auch den Besuch von Bundesrat Johann Schneider-Ammann sehr geschätzt, welcher damit seine Unterstützung für das Automobil zum Ausdruck brachte», betont Salondirektor André Hefti. Ebenso auf Seite der Neuheiten fällt die Bilanz erfreulich aus: «Wir hatten sogar noch mehr als die ursprünglich 148 angekündigten Premieren, weil viele Hersteller mit ihrer Enthüllung bis zum letzten Moment zugewartet hatten», sagt Hefti weiter, der nur zu gut weiss, wie wichtig die Neuheiten für das Prestige der Veranstaltung sind.

Effektiv fehlte es in diesem Jahr nicht an Headlinern wie den Ferrari 812 Superfast, McLaren 720 S, Alpine A110, Volvo XC60, Volkswagen Arteon, Range Rover Velar, Porsche 911 GT3 oder auch den David Brown Automotive Speedback GT. Letzterer, es war ein Debüt der Marke in Genf, war auch André Heftis persönlicher Favorit. «Ich hatte die Gelegenheit, das Auto zusammen mit dem Präsidenten der Marke zu studieren und ich fand es sehr interessant. Es war sowohl retro und modern zugleich», schwärmt der Direktor des Autosalons.

Trotzdem würden aber offenbar viele der Besucher den inoffiziellen Titel «Star of the Show» der Alpine A110 verleihen. André Hefti: «Ihr Stand war jedenfalls von morgens bis abends voll. Ich traf sogar jemanden aus Marseille, der extra für die Alpine angereist war.»

Emotionen wecken

Der Besucherzuspruch, der sich seit mehreren Jahren jetzt bei rund 700 000 eingependelt hat, ist ein Beweis dafür, dass das Auto immer noch zu Träumen anregt. -Dies ist zumindest für den Direktor der Veranstaltung klar: «In Zeiten des Internets wird die Notwendigkeit einer solchen Messe gelegentlich hinterfragt. Doch die Antwort fällt eindeutig positiv aus. Der Besuch einer solchen Ausstellung erzeugt Emotionen, was am Bildschirm so nicht passieren kann! Jeden Morgen stehen die Leute beim Eingang an, um gleich nach der Türöffnung zu den Ständen der Marken zu rennen, die am höchsten im Kurs stehen.» Laut einer Medienmitteilung des Salons nutzen aus-serdem «immer mehr Besucher die vergünstigten Eintritts-tickets ab 16 Uhr.»

Erhebung mit Fragebogen

Dieser Erfolg, André Hefti hebt dies speziell hervor, gründet zum einen auf der gesamten Organisation sowie auf dem Eingehen auf die Bedürfnisse der Aussteller. «Die Unternehmen, welche die Stände bauen, kommen gerne zu uns, weil sie bei Bedarf immer einen Ansprechpartner finden», sagt Hefti. Um die Bedürfnisse der Marken noch präziser erfüllen zu können, führt Palexpo individuelle Umfragen durch. «Wir stellen für die Unternehmen, welche die Stände aufbauen, sie betreiben und sie wieder abbauen, unterschiedliche Fragebögen aus», erklärt der Salondirektor. «Dies ermöglicht es uns, die individuellen Probleme, mit denen sich die Firmen konfrontiert sehen, direkt anzugehen.» So konnte man zum Beispiel das Pro-blem des Rückstaus beim Eingang zur Halle 6 zwischen den Marken Maserati und Aston Martin beseitigen, indem man diesen Gang erweiterte.

Abwesenheit kaum bemerkt

Eines der bemerkenswerten Ereignisse dieser Ausgabe war die Abwesenheit von Tesla, einer Marke, welche vor allem die «Geeks» der Autowelt bedauerten. Für André Hefti stellte diese Absenz kein Pro-blem für die Besucher dar. «Zwei Tesla waren ja präsent, darunter einer auf dem Goodyear-Stand und einer auf einem weiteren Stand», meint Hefti als kleine Spitze gegen den Elektroautohersteller. «Tesla war in der Einkaufspassage des Flug-hafens präsent, was ich bedauerlich finde. Durch diese Praxis konnte man vom Salon profitieren, ohne aber selbst anwesend zu sein. So etwas ist nicht gerade Fairplay.»

Doch es ist jetzt nicht Zeit für Polemik, man bereitet schon den Salon 2018 vor. Während der Abbau in den Palexpo-Hallen voranschreitet, widmet sich André Hefti bereits der 88. Ausgabe. Dabei richtet der Direktor das Augenmerk auf die temporäre Ausstellung für die Zubehörprofis in der Halle 7. Anstelle von heute 1100 m² hofft Hefti auf eine Erweiterung auf 2000 m². «Dies erfordert aber gewisse Anpassungen», erklärt Hefti. Das ist sicher eine Herausforderung, aber genau diese Einstellung hat es Genf Jahr für Jahr erlaubt, sich zu erneuern und sich mitten unter den grössten Automessen der Welt zu behaupten.