DER GUIDE FÜR FAHRANFÄNGER – TIPPS FÜR DEN START

Aller Anfang ist schwer: Ab einem gewissen Alter kommt man heutzutage um das Autofahren oft nicht herum. Zu wichtig ist es im Alltag und Beruf. Doch zunächst muss der Führerausweis erworben werden, und auch danach haben junge Menschen in der Regel weder die Erfahrungen noch das Wissen, um sich im Strassenverkehr immer richtig zu verhalten. Aus diesem Grund geben wir ein paar wichtige Hinweise, wie der Start am besten gelingen kann und was Fahranfängerinnen und Fahranfänger beachten sollten!

fotolia.de © underdogstudios

Geht es heute noch ohne?

Klären wir zunächst einmal eine der grundsätzlichen Fragen, die sich stellen. Brauchen wir heutzutage überhaupt noch einen Führerausweis? Denn in der urbanen Zentren der Schweiz geht es ja durchaus auch ohne – der öffentliche Nahverkehr ist dort gut ausgebaut und zu beinahe jeder Tages- und Nachtzeit zu nutzen. In den ländlichen Regionen ist das natürlich anders, dort sind die Infrastrukturen meistens erheblich eingeschränkter.

So oder so bedeutet ein Führerausweis eine gewisse Freiheit. Denn mit ihm können Autofahrerinnen und Autofahrer selbst entscheiden, zu welcher Uhrzeit sie an welchen Ort möchten – diese Freiheit werden Menschen, die kein Fahrzeug steuern dürfen, nicht erfahren.

Doch nicht nur die Freiheit ist ein gutes Argument, denn Autofahren macht auch einfach Spaß – dafür braucht es nicht einmal unbedingt die allerschnellsten und luxuriösesten Fahrzeuge, obwohl diese den Fahrspaß natürlich noch einmal ganz besonders stark steigern. Spannende Fahrzeugneuheiten gibt es selbstverständlich jedes Jahr. Und wer weiß? Viellicht hat man irgendwann die Möglichkeit, in einem von ihnen Platz zu nehmen.

Auf zum Führerausweis!

Doch bleiben wir beim Anfang. Für all diese schönen Erlebnisse brauchen wir zunächst den Führerausweis. Dabei befassen wir uns ausschließlich für den Führerausweis der Kategorie B, der für PKW bis zu 3,5 Tonnen gilt. Um einen Führerausweis zu erwerben, benötigt man zwingend einen sogenannten Nothelferkurs.

Fahrschülerin stellt Rückspiegel ein. fotolia.de © Gerhard Seybert

Der Nothelferkurs

Nothelferkurse sind nicht nur eine zwingende Voraussetzung auf dem Weg zum Führerausweis, sie sind auch überaus wichtig. Sie dienen dazu, zukünftigen Autofahrerinnen und Autofahrern zu zeigen, wie sie Unfallopfern, denen sie auf ihren Fahrten begegnen, Nothilfe zu leisten. Dazu zählen Massnahmen, die den Unfallopfer unter Umständen das Leben retten könnten. Der Kurs nimmt insgesamt zehn Stunden in Anspruch und ist für sechs Jahre gültig. Verfällt er, muss man ihn erneut erfolgreich besuchen – also empfiehlt es sich, den Führerausweis bald nach dem Ableisten des Kurses zu erlangen. Es gibt für diese Aufgabe , die man in Anspruch nehmen kann, ohne dafür einen weiten Weg zurücklegen zu müssen.

Einen Lehrfahrausweis ordern

Ohne entsprechendes Formular gibt es auch nicht die Möglichkeit, einen Fahrausweis zu bekommen. Als Fahrschüler muss man entsprechend ein „Gesuch um Erteilung eines Lernfahrausweises“ bei der eigenen Wohnortsgemeinde stellen. Im Internetzeitalter ist dies natürlich ein wenig einfacher, als es früher der Fall gewesen sein mag, da die entsprechenden Stellen mittlerweile die Formulare auf ihren Internetseiten anbieten. Diesem Gesuch muss man allerdings noch einen Sehtest beilegen und ein farbiges Passfoto. sollte übrigens auch später regelmässig erfolgen, falls die Sehkraft nachgelassen hat, braucht man eventuell , um noch Auto fahren zu können. Schliesslich kann eine Einschränkung hier ohne Not für eine immense Gefahr sorgen.

Das Lernen der Theorie

Um ein Auto fahren zu können, müssen junge Menschen natürlich erst einmal die Basics lernen. Dazu gehört das Erlernen der Verkehrsregeln in all seinen verschiedenen, vielfältigen Facetten. Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler nach dem erfolgreichen Abschluss der Theorieprüfung in der Lage sein, bei Fahrstunden eigenständig ein Fahrzeug zu lenken, ohne, dass der Fahrlehrer ständig eingreifen muss.

Der Besuch von Theoriestunden, die von Fahrschulen angeboten werden, ist nicht verpflichtend. Doch gerade für unerfahrene, junge Menschen empfiehlt es sich, die Angebote wahrzunehmen und auf diese Weise in der Gruppe lernen zu können. Mittlerweile gibt es allerdings auch zahllose Apps und Webseiten, mit denen man die Theorie sehr gut üben kann. Beim Lernen sollte man darauf achten, die Daten nicht nur stumpf auswendig zu lernen, sondern sie wirklich zu verinnerlichen. Schließlich muss man sie im alltäglichen Straßenverkehr auch entsprechend anwenden.

Der Verkehrskundekurs

Eine Notwendigkeit, um nach der erfolgreichen Theorieprüfung dann auch zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden, ist . Hier lernt man weitere Fakten, so etwa über das ökologische Fahren und die richtige Blicktechnik bei der Fahrt. Auch hier ist wieder einige Zeit zu investieren: Vier mal sollte man zwei Stunden Zeit mitbringen.

Fahrstunden und praktische Fahrprüfung

Die praktischen Fahrstunden sind nicht verpflichtend. Allerdings dürfte es kaum möglich sein, ohne solche die praktische Fahrprüfung zu bestehen. Denn das Handling des Fahrzeugs, das Schalten der Gänge, das Steuern, das Parken und viele weitere Vorgänge wollen erprobt sein, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Denn schwierige Verkehituationen tauchen immer wieder auf, und die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sind ja gerade dafür da, situative Einschätzungen zum Fahrverhalten ihrer Schützlinge abzugeben und sie auf diese Weise zu verbessern. In der Regel dauert dies durchaus ein halbes Jahr bzw. 15-20 Fahrstunden durchschnittlich. Individuell können die Werte natürlich nach oben und unten abweichen, Naturtalente mögen etwas weniger brauchen, langsame Lernerinnen und Lerner ein paar Stunden mehr.

Am Ende steht dann die praktische Fahrprüfung vor der Tür. Diese dauert in aller Regel rund 45 Minuten und wird von einem Fachmann abgenommen. Hier gilt es ganz besonders, die Ruhe zu bewahren und sich von dessen Anwesenheit nicht verunsichern zu lassen! Denn letztendlich freut sich dieser natürlich am meisten, wenn er im Optimalfall wenig zu beanstanden hat und den Führerausweis vom Strassenverkehrsamt anfordern kann.

Tipps für Fahranfänger

Zusätzlich zum Prozedere hin zur Fahrprüfung geben wir hier noch einige Tipps, wie man als Fahranfängerin oder Fahranfänger entspannt und ruhig durch den Alltag kommt, sobald man ein eigenes Fahrzeug hat. Denn gerade die erste Zeit ohne Beaufsichtigung kann durchaus schwer sein.

In allen Fällen ruhig bleiben

Ein ganz wichtiger Hinweis, der auch schon für die praktische Fahrprüfung gilt: In allen Situationen sollten Anfänger ruhig bleiben! Angst und Panik sind die denkbar schlechtesten Berater, wenn es um das Treffen von schnellen Entscheidungen geht. Entweder blockieren sie die Entscheidungsfindung komplett und man trifft gar keine oder – und das kann noch schlimmer sein.

Im Strassenverkehr ist allerdings kein Platz für solche schlechten Entscheidungen, denn in den seltensten Fällen geht es nur um unsere eigene Unversehrtheit. Aus diesem Grunde sollte man auch in heissen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht verunsichern lassen.

Vorsicht walten lassen

Vorsicht ist nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch die Grundbedingung für ein verantwortungsvolles Autofahren. Den Blick in die Spiegel und den über die Schulter sollte man beispielsweise niemals vernachlässigen, um auf diese Weise maximale Sicherheit zu gewährleisten. Vorsicht heisst aber auch, die eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen zu können. Das heisst, dass man auf gar keinen Fall übermütig werden sollte und sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, aber auch, dass man in brenzligen Situationen lieber etwas langsamer fährt, um sie richtig einschätzen zu können.

fotolia.de © Gerhard Seybert

In urbanen Gebieten ist Vorsicht aber ebenso geboten wie in Gebieten, wo man mit höheren Geschwindigkeiten fahren kann. Zu Beginn der eigenen Fahrkarriere kann es durchaus passieren, dass man noch nicht instinktiv beherrscht, sondern noch kurz über die Situation nachdenken muss. Das ist an sich kein Problem, und die meisten anderen Verkehrsteilnehmer haben für Anfänger Verständnis – wenig Verständnis herrscht hingegen für Menschen, die die Kreuzung einfach überqueren und hoffen, dass es in diesem Moment kein anderes Fahrzeug tut.