SANFTE REVOLUTION

Neuer Focus: Am Dienstag hat Ford ­Europe in London (GB) den neuen Focus vorgestellt, das wichtigste Modell des Herstellers in ­Europa.

Kombi und Limousine stehen ab September zur Verfügung. ©Ford

Weiss und unbeschrieben soll es gewesen sein, das Blatt, auf dem die Ford-Ingenieure das Volumenmodell von Ford in seiner vierten Generation konzipieren durften. Am 10. April feierte der neue Ford Focus Premiere in London. Und wie Ford dazu mitteilen liess, sei er der «innovativste, dynamischste und faszinierendste Ford aller Zeiten». Dass man dem Neuen so viel Vorschusslorbeeren mit auf den Weg gibt, zeugt von dem Aufwand, dem man dem Focus hat angedeihen lassen. Alles ist neu.

Zylinderabschaltung

Bei den Benzintriebwerken setzt der Focus auf die beiden Eco-Boost-Aggregate mit 1.0 und 1.5 Litern Hubraum. Als Novum besitzen die Dreizylindertriebwerke eine Zylinderabschaltung, was auf dem Papier betrachtet zunächst für Erstaunen sorgt. Zusätzlich ergänzen zwei Turbodiesel mit 1.5 und 2 Litern die Motorenpalette und tragen dem Umstand Rechnung, dass in diesem Marktsegment – rund ein Fünftel des europäischen Gesamtvolumens – die Selbstzünder noch immer eine wichtige Rolle spielen, Diskussionen hin oder her. Dazu gibt es eine neue 8-Gang-Automatik mit adaptiv der entsprechenden Fahrweise angepasster Schaltstrategie. Bedient wird die Box mit einem elektronischen Wählhebel. Damit verspricht sich Ford nicht nur eine Steigerung des Fahrerlebnisses, die Automatik ist auch eine Voraussetzung für das reichhaltige Paket an Assistenzsystemen.

Umfassend assistiert

Automatisches Einparkieren, adaptiver Tempomat mit Stauassistent bis zum vollständigen Stillstand, Spurhalteassistent, dazu Head-up-­Display, Verkehrszeichenerkennung und automatisches Fernlicht, der neue Focus lässt nichts aus, was bisher nur in höheren Fahrzeugklassen erhältlich war. Dazu hat das Fahrwerk eine elektronische Dämpferregelung welche sich an verschiedene wählbare Fahrmodi adaptieren kann. Logisch, dass dazu auch in Sachen Konnektivität der Focus ganz Kind seiner Zeit ist und dazu mit einem WLAN-Hotspot geordert werden kann.

Premium mit italienischem Flair

Vignale (1946 bis 1974) war ein grosser italienischer Karosseriebauer und Designer. Unter anderem bauten die Turiner Karosserien für Ferrari. Seit einigen Jahren steht der Name für die höchste Austattungslinie von Ford, analog zu Ghia, von wo man die Vignale-Namensrechte zu Beginn der 1970er-Jahre hatte mit übernehmen können. Zum kommenden Luxus-Focus Vignale gesellt sich eine Crossover-Variante, der Ford Focus Active. Damit wird sich der in Europa seit 1998 über 7 Millionen Mal verkaufte Bestseller auch ein Stück vom wachsenden SUV-Cross-over-Kuchen holen wollen. Der neue Focus wird im Werk Saarlouis (D) vom Band laufen. Dazu hat Ford über 600 Millionen Euro in neue Werksanlagen investiert.