RENNENDE SCHWEIZER GESCHICHTE

Was tun, wenn man das GefÜhl hat, dass man gemeinsam mehr bewegen kann? Man schliesst sich zusammen. So hatte man dies einst ebenfalls beim «Swiss Historic Racing Team» gemacht.

Christian Traber greift im Brabham BT21 auf der Rundstrecke an.

Fast könnte man sie als die «Glorreichen Sieben» des historischen Rallye-Rennsports in der Schweiz bezeichnen. Denn Christophe Apotheloz, Alex Boller, Fritz Loretan, Walter Pauli, Reinmar J. Salzgeber, Kuno Schär und Peter Wirz sollten vor rund einem Vierteljahrhundert dafür besorgt sein, dass hierzulande Rallyesport mit geschichtsträchtigen Wettbewerbsfahrzeugen mehr Bedeutung erhielt. Denn Rennsport mit historischen Rennfahrzeugen auf Rundstrecken wurde Anfang der 80er-Jahre zwar auch in der Schweiz von Enthusiasten betrieben, so startete man etwa im Rahmen der sogenannten Gruppe Historischer Sportfahrzeuge (GHS) bei Rennen in ganz Europa, doch der Rallye-Rennsport wurde auf dieser Ebene nur wenig beachtet.

Doch die zuvor genannten Motorsportler hatten alle auch im Rallyesport mit geschichtsträchtigen Wettbewerbsfahrzeugen ihre grosse Passion gefunden. Sie starteten jeweils mit ihren Autos, darunter befanden sich Modelle wie ein Renault R5 Turbo, ein Lancia Fulvia oder ein Opel Manta 400, an diversen Konkurrenzen im In- und Ausland. Schliesslich traf man sich im Herbst 1989 auf Korsika im Rahmen der «Tour de Corse – Rallye des 10 000 Virages» und beschloss die Gründung eines gemeinsamen Teams.

Gründung auf hoher See

Die Idee hatte die Rallye-Freunde dermassen begeistert, dass man noch während der Rückreise in die Schweiz, auf der Fähre von Ajaccio nach Marseille, Worten Taten folgen liess: das «Swiss Historic Racing Team» (S.H.R.T) wurde feierlich aus der Taufe gehoben. Zurück in der Schweiz, wurde das S.H.R.T beim Automobil Club der Schweiz (ACS) als offizielles Racingteam registriert. Seither erfreut sich das Team nach eigenen Angaben einem regen Zuspruch von in- und ausländischen Liebhabern schöner, teils geschichtsträchtiger Originalfahrzeuge.

Darunter befinden sich auch Piloten, die nebst Rallyes für das S.H.R.T auch Berg- oder Rundstreckenrennen fahren. Dabei errangen diverse Teammitglieder beachtliche Erfolge. So wurde etwa Walter Pauli zweimaliger Berg-Europameister mit historischen Fahrzeugen, Christian Traber seinerseits vermochte 2010 bei den Formel 3 auf einem Brabham BT21 den Grand Prix de Monaco Historique zu gewinnen.

Bekannte Ehrenmitglieder

In den aktuell 25 Jahren seines Bestehens hatte das Team bislang fünf Teamleiter. Derzeit ist dies der Solothurner Versicherungskaufmann Kuno Schär, der von 1983 bis 2003 als Präsident auch die Geschicke des Ferrari Owners’ Club Switzerland geleitet hatte.

Nicht zuletzt unter seiner Leitung, Schär war bereits von 1999 bis 2009 Teamleiter und ist es seit 2012 wieder, stieg der Mitgliederbestand auf insgesamt 91 Personen, davon 8 Ehrenmitglieder. Prominente Ehrenmitglieder sind Porsche-WEC-Werksfahrer Neel Jani sowie der frühere WRC- und heutige Wüsten-Buggy-Pilot Armin Schwarz (D).

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